Evangelisch Reformierte Kirchgemeinde Mitlödi

muttertag besinnung

Besinnung «Über den mütterlichen Gott»  zum Muttertag 2020 mit

Der Friede Gottes sei mit uns allen. Amen

Der Glaubende erfährt die mütterliche Liebe Gottes. So hören wir Gott im Buch des Propheten
Jesaja sprechen: «Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.» (Jes 66,13). So ist der
Mensch also geborgen bei Gott, «wie ein kleines Kind bei seiner Mutter» Amen ( Psalm 131,2 ) 
Liebe Freunde, ich begrüsse Euch herzlich zu unserer Besinnung zum Muttertag. Gott hat un
Menschen nach seinem Bild als Mann und Frau geschaffen. Gott ist Vater, und er ist uns auch
Mutter. Alles Tun und Handeln Gottes ist mütterlich, nämlich Leben wecken, Leben erhalten,
Liebe schenken.
 
Gebet: Gott, wir bitten dich, dass wir verantwortlich und liebevoll mit allem Lebendigen umgehen;
dass in unserem Leben beide Seiten nicht zu kurz kommen. Wir wollen auf deine zärtliche Seite
vertrauen und sie in unser Leben hineinlassen.
Gott, heute zum Muttertag denken wir besonders an unsere Mütter, durch die du uns unser
Leben schenktest. Wir danken dir für sie und für alles, was du uns durch sie gegeben hast.
Und für das, was nicht gelungen war, bitten wir dich um deine Vergebung.
Nur DU bist vollkommen in deiner mütterlichen Liebe. Dafür danken wir dir. Amen.
Deshalb lesen wir den Psalm 23 einmal anders: Gott ist meine Mutter. Deswegen leide ich
keine Not. Tag für Tag sorgt sie für mich, auch in der Nacht, damit ich ruhig schlafe. Sie trägt
mich auf ihrem Arm, bis ich laufen kann. Sie begleitet mich auf meinem Lebensweg mit ihrer
treuen Sorge. Wenn ich in ein dunkles Loch falle, ist sie da, um mich aufzufangen. Wenn ich
mich in einer Sackgasse verrenne, weiß sie einen Ausweg. Wenn Unglück mich heimsucht,
tröstet sie mich in meinen Wunden. Immer steht ihre Tür weit offen für mich. Der Tisch ist
schon gedeckt bevor ich komme. Bei ihr habe ich ein Zuhause, wann immer ich mich nach
Geborgenheit sehne, wann immer ich Ruhe brauche. Nie lässt sie mich im Stich, solange
ich lebe. Amen
 
Lesungen über biblische Mütter ( hier nur eine kleine Auswahl )
In der Bibel lesen wir, wie Mütter eine sehr wichtige, prägende Rolle spielen. Gleich am Anfang
heisst es: „Und Adam nannte seine Frau: Eva, denn sie wurde die Mutter aller, die da leben.“
Und weil sie zur Mutter allen Lebens wurde, bekam sie den Namen „Leben“, das heißt „Eva“.
Wir lesen über die Mutter des Mose. In erfinderischer Zuwendung rettete sie ihrem Sohn, als
alle Erstgeborenen der Israeliten in Ägypten getötet werden sollten, das Leben. So legte sie ihn
in einen Korb und versteckte ihn im Schilf am Ufer des Nils.
Und da ist Maria, die Mutter Jesu, die ihre Freude über das in ihr wachsende Kind staunend und
dankbar in ihrem Loblied Gott vortrug: „... Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig
ist und dessen Name heilig ist.“
Mütter werden zu Wegbereitern des Glaubens so wie Eunike, die Mutter des Timotheus. So
schreibt der Apostel Paulus in seinem Brief an Timotheus: „Ich erinnere mich an den ungefärbten
Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Grossmutter Lois und in deiner Mutter
Eunike, die sagte: „Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast, und was dir anvertraut ist. Du
weißt ja, von wem du gelernt hast, und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich
unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.“ Amen
 
Impuls „Der mütterliche Gott“ ( Jesaja 49, 15 )
In der Erinnerung an die vielen Mütter, die ganz in der Sorge für ihre Kinder aufgegangen waren,
hören wir das Wort aus dem Jesaja-Buch: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine
Mutter ihren leiblichen Sohn, ihre leibliche Tochter ? Selbst wenn sie ihr Kind vergessen würde,
Spruch des Herrn, ich vergesse dich nicht!“
Die Mütter sind für den Propheten mit ihrer Zuwendung, Fürsorge und Liebe ein wichtiger Hinweis
auf die Liebe Gottes. Der Prophet Jesaja vergleicht Gott mit der Liebe einer Mutter. Das haben die
Menschen seiner Zeit verstanden. Denn in der Entstehung der Religionen spielte die weibliche
Seite der Gottheit stets eine bevorzugte Rolle. Vielleicht hilft die mütterliche Seite Gottes, den
zürnenden und den richtenden Gott zu vergessen, der sich im Alten Testament der Bibel auch
immer wieder so darstellt.
Im Neuen Testament zeigt sich Gott «ein für allemal» allein in seiner Liebe; das Lebensschicksal
Jesu ist ein schlagender Beweis; Gott zeigt sich mit einer Liebe wie die einer sorgenden Mutter
oder eines treuen Freundes, die bereit sind, sogar ihr Leben hinzugeben.
Natürlich wissen wir aus unserer Erinnerung, dass unsere Mütter nicht immer ideal waren.
Und sie konnten auch nicht alles von uns fernhalten, was für uns gefährlich zu werden drohte;
mussten auch erlebten, was es bedeutet, verletzt zu werden oder von Traurigkeit niedergedrückt
zu sein. Aber immer konnten wir zu unseren Müttern kommen, die uns in den Arm nahmen, ein
aufmunterndes Wort schenkten, manchmal auch eher unsanft, oder, wenn es sein musste,
schweigend mit uns gelitten haben. Das alles zusammen hat uns stark werden lassen.
Sollten wir von Gott mit Fug und Recht erwarten, dass er von uns allen Schmerz, alle Enttäu -
schungen, Krankheiten, Unglück und alles Leid fern hält ? Sollten wir nicht lieber dankbar sein,
dass er bei uns ist, trotz alledem, was schwierig geworden ist oder trotz alle dem, was uns jetzt
widerfährt, auch wenn wir nicht wissen, warum und wozu, und deshalb auch mutlos werden.
Sollten wir nicht dankbar sein, dass wir uns seiner Nähe und Zuwendung in jedem Fall sicher
sein dürfen ?
Unser Prophetenwort greift über diese liebevolle Erfahrung noch hinaus: „Und selbst, wenn
deine Mutter dich vergessen wollte …“. Gottes Erbarmen, seine Liebe ist zuverlässiger als die
Liebe einer jeden Mutter. Sie bleibt sogar bestehen, wenn wir einen Weg gegen ihn einschlagen
ER wird uns nie vergessen. Und dem dürfen wir getrost vertrauen. Amen
 
Gebet  Gott, du bist zu uns wie ein Vater und eine Mutter, lass das Vertrauen in uns zum
gläubigen Bewusstsein werden, dass du uns nahe bist, auch wenn wir dich nicht spüren;
dass du uns nicht verlässt, auch wenn wir uns einsam vorkommen. Deswegen bitten wir für
Mütter oder Väter, dass sie ihren Kindern ein gesundes Grundvertrauen vermitteln können;
bitten dich für unser Zusammenleben in den Familien, dass Verlässlichkeit und Fürsorge
wachsen und gedeihen.
Lasst uns auch beten für alle Menschen, die in diesen Wochen schwer erkrankt sind; für alle, die
in Angst leben und füreinander Sorge tragen; für alle, die sich in Medizin und in Pflege um kranke
Menschen kümmern; für die Forschenden, die nach Heilmitteln suchen, und für alle, die Entschei-
dungen treffen müssen, aber auch für die vielen Verstorbenen.
Ewiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke. Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass alle Menschen in deinen guten Händen geborgen sind.
Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille
geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns
unsre Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern und führe uns nicht in
Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen
Der Segen Gottes umhülle dich: Gott segne dich und behüte dich. Gott lass sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir
Frieden.
Euch, liebe Mütter und Väter, sage ich Dank für Eure Liebe; und wünsche Euch mit der Familie
einen schönen Tag. Ihr alle, die ihr aus gegebenen Umständen nicht mitfeiern könnt und allein
bleiben müsst, gilt auch unser Dank, und seid herzlich umarmt.
Eure Almut Neumann, Pfrin Mitlödi
Ryoko Suguri und Martin Zimmermann: herzlichen Dank für ihre musikalische Gestaltung