Evangelisch Reformierte Kirchgemeinde Mitlödi

PICT0004 001Herzlich willkommen in der
Evangelisch Reformierten
Kirchgemeinde Mitlödi

Erreichbarkeit Pfarramt
HABEN SIE FRAGEN ODER BENÖTIGEN SIE HILFE – AUCH FÜR BOTENGÄNGE / EINKAUFSHILFE
Oder wie müssen Sie bei einem Trauerfall vorgehen?
Rufen Sie Pfrn. A. Neumann an. 055/ 644 12 28 / 079 245 11 13 almut.neumann@bluewin.ch

 besinnung weihnacht2020
Besinnung zur Weihnacht, Dezember 2020

Zu hören als Podcast unter Besinnung zur Weihnacht, Dezenber 2020

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne
in Christus Jesus. Amen. Herzlich willkommen zu unserer Besinnung zur Weihnachtszeit.

„Wär das nicht schön: auf etwas hoffen können, was das Leben lichter macht und
leichter das Herz, - das gebrochene ängstliche -, und dann den Mut haben, die Türen weit
aufzumachen und die Ohren und die Augen und auch den Mund nicht länger verschliessen ?
Wär das nicht schön: wenn am Horizont Schiffe auftauchten eins nach dem anderen
beladen mit Hoffnungsbrot bis an den Rand: das mehr wird immer mehr durch Teilen ?“


Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein' höchsten Bord, trägt Gottes Sohn voll
Gnaden, des Vaters ewigs Wort. Das Schiff geht still im Triebe, es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe, der Heilig Geist der Mast. Der Anker haft' auf Erden, da ist das
Schiff am Land. Das Wort will Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt. Zu Bethle-
hem geboren im Stall ein Kindelein, gibt sich für uns verloren; gelobet muss es sein.
„Wär das nicht schön: wenn Gott nicht aufhörte zu träumen in uns
vom vollen Leben einer Zukunft für alle und wenn dann der Himmel aufreissen würde
ganz plötzlich und neue Wege sich auftun hinter dem Horizont ?!“

Lasst uns beten: Gott, wir loben dich. Du willst uns grosse Freude schenken und uns Frieden
bringen. Wir dürfen Weihnachten feiern, denn du kommst zu uns Menschen, im Kind in der
Krippe. Hilf uns, zu staunen wie ein Kind, zu jubeln wie ein Engel und uns auf den Weg zu
machen zu dir. Amen.

Wo unter weitem Himmel ist Halt, wo eine Richtung, wo Sinn? Das Licht zeigt: Hier entlang.
Es gibt ein Zuhause Schutz und Menschlichkeit. Das Licht leuchtet Heim, wie der Stern von
Bethlehem. Damit die unruhigen und ängstlichen Herzen zur Krippe finden. So lesen wir die
Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein
Gebot von dem Kaiser Augustas ausging, dass alle Welt geschätzet würde. Und diese Schätzung
war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann
ging, dass er sich schätzen liesse, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph
aus Galiäa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heisst Beth-
lehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen
liesse mit Maria, seinem vertrauten Wei¬be, die war schwanger. Und als sie dort waren, kam
die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln
und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Stille Nacht, Heilige Nacht. Alles schläft, einsam wacht nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar: Schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh.
Stille Nacht, heilige Nacht. Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund. Christ in deiner Geburt, Christ in deiner Geburt

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts
ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie;
und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht. Siehe, ich
verkünde euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland
geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet
finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und alsbald war da bei dem
Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in
der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen

Impuls: Für die meisten von uns ist es eine bekannte und vertraute Geschichte, wie sie Lukas
aufgeschrieben hat: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus
ausging, dass alle Welt geschätzet würde.“ Eine vertraute Geschichte, und doch, wenn man
genauer hinhört, ist sie gar nicht so schön und zauberhaft, wie manche Weihnachtsbilder und
Weihnachtslieder es wollen. Man spürt das harte Los betroffener Menschen.
Diese bekannte Geschichte ist aber auch immer wieder fremd, voller Merkwürdigkeiten und
Geheimnisse. Und doch schlägt sie Menschen auch heute in ihren Bann. Wir spüren, dass sie
etwas mit uns zu tun hat. Und wir wünschen uns, dass sie irgendwie auch unsere Geschichte
wird. Doch wie kann sie das werden ?
Für Kinder ist das nicht schwierig. Mit ihnen kann man eine solche Geschichte spielen. Das ist schön
und macht viel Spass, und natürlich ist es jedes Mal eine spannende Frage, wer welche
Person spielen darf. Einige wollen gern Maria sein. Dabei ist es ja kein leichtes Los, das ihr
beschieden ist: der Eingriff Gottes in ihr Leben, die unerwartete Schwangerschaft; vermutlich
zuerst gar nicht nur beglückend, die mühselige Reise kurz vor der Geburt. Und auch später ein
Weg mit Schmerzen. Ihr Sohn oft sehr fremd mit seinen Worten und Taten, seine Verhaftung,
der Prozess und der Tod am Kreuz. Trotzdem wollen manche gern Maria sein.
Viele wollen gerne Hirten sein, diese einfachen Männer auf den Feldern bei Bethlehem.
Dabei war ihre Berufsgruppe damals gar nicht sehr geschätzt. Hirten, das waren rauhe Leute,
die rasch zuschlugen, das brachte der Beruf mit sich. Vor Gericht wurden sie als Zeugen nicht
zugelassen. Menschen zweiter Ordnung. Trotzdem, viele Kinder wollen gern die Hirten
spielen; einer von denen sein, die den Lobgesang der Engel hören. „Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“. Eine Nachricht, zu schön, als
dass man sie wirklich begreifen könnte, aber so lebensnotwendig, dass man sie nicht
vergessen kann.
Und ich ? Ich möchte gern der Engel sein. In dieser weihnachtlichen Zeit bei unseren
Gottesdiensten und Veranstaltungen, bei meinen Besuchen und Telefonaten, und auch mit
diesen Zeilen, liebe Leserin und lieber Leser, möchte ich gern einer sein, der diese unerhörte
Nachricht weitersagt: „Fürchtet euch nicht ! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die
allem Volke widerfahren soll.“ Nicht ein Engel mit Flügeln, aber doch ein Bote Gottes, der den
anderen zuruft: Fürchtet Euch nicht! Ihr, die Ihr Euch Sorgen um die Zukunft macht, Ihr, die Ihr
Euch Sorgen um einen Menschen macht, Ihr, die Ihr um den Frieden bangt, Ihr, die Ihr Euch
verstrickt habt in Schuld oder Einsamkeit. Es ist etwas zum Freuen da. Mit diesem Jesus von
Nazareth ist die Welt anders geworden. Von ihm geht die Nachricht aus, dass Gottes Reich
des Friedens schon angefangen hat. Dafür hat er gelebt. Dafür ist er gestorben. Und seit 2000
Jahren finden sich Menschen, die ihr Leben an diese Nachricht hängen, ihr Leben danach
ausrichten und darin ihren Sinn finden.

Die Botschaft vom Frieden und von der Liebe Gottes erscheint so sehr in Widerspruch zu den
unfriedlichen, lebensbedrohenden Realitäten; die Corona-Pandemie macht uns das heute
besonders deutlich. Aber in der Nähe dieses Jesus von Nazareth ist sie doch sehr real, von
einer überwältigenden Kraft. Seine Gestalt ist so einladend, so menschlich, so stark und wahr.
Sie hilft uns Menschen dazu, dass wir wieder Mut schöpfen, mit Vertrauen leben und auch in
diesem Vertrauen sterben können. Wenn ich der Engel bin, der anderen das „Fürchtet euch
nicht!“ zuruft, wen wollen dann Sie spielen, liebe Leserin und lieber Leser ?

Lasst uns beten: Gott, im Stern von Bethlehem leuchtest du uns entgegen. Lass uns deine
Strahlen spüren und sie durch uns hindurchstrahlen, dass wir uns und einander in deinem
Licht neu erkennen. Wir bitten dich um Licht für die Einsamen, gib ihnen Menschen an ihre
Seite, die sie die Liebe wieder fühlen lassen, gib ihnen Träume, die Hoffnung wachsen lässt
und Hoffnung, die sich durchsetzt. Amen
Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie
im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie
auch wir vergeben unsern Schuldigern; und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns
von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

Ich wünsche Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest, Eure Almut Neumann.