Orgel

Evangelisch Reformierte Kirchgemeinde Mitlödi

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Orgel1993 Orgel.1993 Orgel1927 Orgel1853 ORGEL
20 Jahre Mathis-Orgel

Sonntag 26. Mai 2013: Zwanzig Jahre sind vergangen, seit die Evangelische Kirchgemeinde Mitlödi ihre neue Mathis-Orgel, auch bestehend aus Teilen der früheren Orgel, mit einem feierlichen Fest-gottesdienst und einem Einweihungskonzert im akustisch wunderbaren Kirchenraum zu Mitlödi einweihen durfte.

Keine Anstrengung wurde seinerzeit gescheut, um das grosse Vorhaben einer neuen Orgel verwirklichen zu können, sei es von der damaligen Organistin Ruth Illi, dem Kirchenrat, den Pfarrpersonen Manuel Kleefoot und Almut Neumann, ja von der ganzen Kirch- und Ortsgemeinde, der Landeskirche sowie von vielen anderen Gönnern und Unterstützern.

Seither hat die Mitlödner Orgel viele Leute erfreut und bewegt, etwa in den Kirchen-konzerten, welche insbesondere Ruth Illi an der Orgel zu gestalten pflegte, oder in einem unserer Gottesdienste der letzten zwanzig Jahre. Schliesslich waren viele Organisten-Gäste bei uns zu Besuch und haben die herrliche Orgel erklingen lassen: Neben eingeladenen Konzertorganisten aus Deutschland und Spanien vor allem viele Künstler, die in Stellvertretung unsere Gottesdienste gestaltet haben.

Der Mitlödner Orgel geht es ausgezeichnet: Dank der Sorgfalt der Benützer, der stabilen klimatischen Bedingungen, aber auch dank des hervorragenden Werkes und der gewissenhaften Unterhaltung durch Mathis Orgelbau AG strahlt sie optisch wie akustisch noch genau so wie bei ihrer Einweihung.

Dankbar können wir auf die vergangenen zwanzig Jahre zurückblicken, innehalten und vielleicht unsere persönlichen Erlebnisse mit der schönen Orgel in Erinnerung rufen.

Nicht ein buntgemischtes Programm, wie es bei einer Orgeleinweihung üblich ist, um das neue Werk in all seinen Facetten zu demonstrieren, kommt an diesem Konzertgottesdienst zur Aufführung, sondern ausschliesslich Orgelmusik des norddeutschen Organisten und Komponisten Matthias Weckmann (ca. 1616 - 1674), der zum lutherischen Dreifaltigkeitssonntag, dem Sonntag nach Pfingsten, eines der monumentalsten Orgelwerke der Barockzeit geschaffen hat.

In seiner Generation gehörte Matthias Weckmann zu den bedeutendsten Orgelkünstlern überhaupt. Er war Schüler des legendären Komponisten Heinrich Schütz, nahm aber auch moderne Stilmittel aus allen musikalisch führenden Regionen seiner Zeit in seine Kompositionsweise auf. Dies wiederspiegelt sich in seiner grossen Orgelpartita über den Dreifaltigkeitshymnus «O lux beata trinitas», wo archaisch-kontrapunktische Momente mit sehr dramatischen Passagen einhergehen, wo gewohnte barocke Harmonien und Klänge plötzlich abgelöst werden von einzigartigen musikalischen Momenten, die man so wohl noch nie gehört hat: Gleichzeitig meditativ und rätselhaft, unfassbar und faszinierend – als dankbare Ehrengabe für Gottvater, Sohn und den Heiligen Geist.